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301 oder 302 Weiterleitung – welche ist für SEO richtig?

Die entscheidende Frage ist nicht, welcher Statuscode grundsätzlich „besser“ für SEO ist. Entscheidend ist, ob eine URL dauerhaft oder nur vorübergehend an einen anderen Ort verschoben wurde.

Stand: 14. September 2026 · SEOIO

Kurzantwort:

Verwenden Sie eine dauerhafte Weiterleitung wie 301 oder 308, wenn die alte URL dauerhaft durch eine neue URL ersetzt wird.

Verwenden Sie eine temporäre Weiterleitung wie 302 oder 307, wenn die ursprüngliche URL später wieder selbst verwendet werden soll.

Für die Google Suche ist damit vor allem die Unterscheidung zwischen dauerhaft und temporär wichtig.

Was macht eine Weiterleitung?

Eine HTTP-Weiterleitung teilt Browsern, Suchmaschinen und anderen Clients mit, dass eine aufgerufene URL unter einer anderen URL erreichbar ist.

Typische Situationen sind:

Was bedeutet 301?

301 Moved Permanently bedeutet, dass eine Ressource dauerhaft unter einer neuen URL erreichbar sein soll.

Google ordnet HTTP 301 den dauerhaften Weiterleitungen zu. Solche Weiterleitungen sind ein Signal dafür, dass das Weiterleitungsziel als kanonische URL berücksichtigt werden soll.

Typische Anwendungsfälle sind:

Was bedeutet 302?

302 Found beschreibt eine temporäre Weiterleitung.

Die ursprüngliche URL soll grundsätzlich weiterhin die maßgebliche Adresse bleiben, weil die Weiterleitung später geändert oder wieder entfernt werden kann.

Google behandelt eine temporäre Weiterleitung deshalb nicht auf dieselbe Weise wie ein dauerhaftes Signal dafür, dass das Ziel die ursprüngliche URL ersetzen soll.

Ist eine 302-Weiterleitung schlecht für SEO?

Nein. Eine 302-Weiterleitung ist nicht grundsätzlich ein SEO-Fehler.

Problematisch wird sie, wenn sie eine Situation beschreibt, die tatsächlich dauerhaft ist.

Umgekehrt wäre eine dauerhafte Weiterleitung nicht die passende Beschreibung, wenn eine URL nur vorübergehend auf ein anderes Ziel verweist und später wieder selbst genutzt werden soll.

Der Statuscode sollte deshalb den tatsächlichen Zustand der Ressource abbilden.

301, 302, 307 und 308 im Vergleich

Status Bedeutung Typischer Einsatz
301 dauerhaft verschoben Alte URL wird dauerhaft durch eine neue ersetzt
302 temporär an anderer URL Ursprüngliche URL soll später wieder selbst verwendet werden
307 temporäre, methodenerhaltende Weiterleitung Temporäre Weiterleitung, bei der die HTTP-Methode erhalten bleiben muss
308 dauerhafte, methodenerhaltende Weiterleitung Dauerhafte Weiterleitung, bei der die HTTP-Methode erhalten bleiben muss

Was ist der Unterschied zwischen 301 und 308?

Aus Sicht der Google Suche gehören sowohl 301 als auch 308 zu den dauerhaften HTTP-Weiterleitungen.

Auf Protokollebene gibt es jedoch einen Unterschied. Der HTTP-Standard definiert 308 eindeutig so, dass die verwendete HTTP-Methode bei der automatischen Weiterleitung erhalten bleibt.

Bei 301 können Clients aus historischen Gründen beispielsweise eine POST-Anfrage beim Weiterleiten in eine GET-Anfrage umwandeln.

Für normale öffentlich abrufbare Webseiten mit GET-Anfragen ist deshalb häufig zunächst wichtiger, ob die Verschiebung dauerhaft oder temporär ist.

Was ist der Unterschied zwischen 302 und 307?

Beide Statuscodes beschreiben eine temporäre Weiterleitung.

307 Temporary Redirect stellt jedoch eindeutig sicher, dass die HTTP-Methode bei der automatischen Weiterleitung nicht geändert wird.

Diese technische Unterscheidung kann beispielsweise bei Formularen, APIs oder anderen Nicht-GET-Anfragen relevant sein.

Und wofür steht 303?

303 See Other gehört ebenfalls zu den temporären Weiterleitungen.

Der Statuscode kann sinnvoll sein, wenn das Ergebnis einer vorherigen Anfrage über eine andere Ressource mit einer GET-Anfrage abgerufen werden soll.

Für klassische dauerhafte URL-Migrationen ist 303 deshalb normalerweise nicht der zentrale Statuscode.

Welche Weiterleitung empfiehlt Google bei dauerhaften URL-Änderungen?

Google empfiehlt nach Möglichkeit serverseitige dauerhafte Weiterleitungen, wenn eine URL dauerhaft geändert wurde.

Als Beispiele nennt Google ausdrücklich 301 und 308.

Wenn eine Website mit geänderten URLs migriert wird, sollte außerdem möglichst jede alte URL einer sachlich passenden neuen URL zugeordnet werden.

Verliert eine 301-Weiterleitung automatisch SEO-Wert?

Google erklärt für Websitemigrationen ausdrücklich, dass 301 und andere dauerhafte Weiterleitungen keinen PageRank-Verlust verursachen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Relaunch automatisch ohne Sichtbarkeitsschwankungen abläuft.

Inhalte können verändert werden, interne Links können fehlen, URLs können auf falsche Ziele zeigen oder neue Seiten können andere Suchintentionen bedienen.

Eine korrekte Weiterleitung ist deshalb nur ein Teil einer sauberen Migration.

Die Zielseite muss inhaltlich passen

Eine Weiterleitung sollte nicht nur technisch funktionieren. Auch das Ziel muss für Nutzer nachvollziehbar sein.

Wenn eine alte Leistungsseite durch eine neue Version derselben Leistung ersetzt wurde, ist eine direkte Zuordnung meist nachvollziehbar.

Weniger sinnvoll wäre es, eine große Zahl völlig verschiedener alter URLs pauschal auf die Startseite umzuleiten.

Google weist darauf hin, dass solche irrelevanten Massenweiterleitungen Nutzer verwirren und als Soft-404-Situation bewertet werden können.

Nicht jede gelöschte URL braucht eine Weiterleitung

Wenn ein Inhalt dauerhaft entfernt wurde und keine sachlich passende Nachfolgeseite existiert, muss nicht zwangsläufig eine künstliche Zielseite gesucht werden.

Google nennt bei nicht übernommenen Inhalten einer Websitemigration auch korrekte HTTP-Antworten mit 404 oder 410.

Entscheidend ist also nicht, möglichst jede alte URL irgendwie umzuleiten, sondern den tatsächlichen Zustand korrekt abzubilden.

Weiterleitungsketten vermeiden

Eine Weiterleitung sollte möglichst direkt auf ihr endgültiges Ziel führen.

Ungünstig wäre beispielsweise:

/alt → /zwischenversion → /neu → /endgueltig

Solche Ketten erhöhen den technischen Aufwand und verursachen zusätzliche Abrufe und Verzögerungen.

Google empfiehlt deshalb bei Migrationen, möglichst direkt auf das endgültige Ziel weiterzuleiten und Weiterleitungsketten kurz zu halten.

Weiterleitungsschleifen sind ein echter Fehler

Noch problematischer ist eine Schleife.

Beispiel:

/seite-a → /seite-b → /seite-a

In diesem Fall erreicht weder ein Nutzer noch ein Crawler ein endgültiges Dokument.

Weiterleitungen sollten deshalb nach Änderungen immer technisch getestet werden.

Interne Links trotzdem aktualisieren

Eine funktionierende 301-Weiterleitung ist kein Grund, interne Links dauerhaft auf der alten URL zu belassen.

Wenn das neue Ziel feststeht, sollten interne Links direkt auf diese neue URL zeigen.

Dadurch vermeiden Sie unnötige Zwischenschritte und halten die interne Website-Struktur nachvollziehbar.

Canonicals und Sitemap ebenfalls prüfen

Bei dauerhaften URL-Änderungen reicht die Weiterleitung allein nicht immer für eine saubere technische Migration.

Prüfen Sie insbesondere:

Wie lange sollte eine dauerhafte Weiterleitung bestehen bleiben?

Für Websitemigrationen empfiehlt Google, Weiterleitungen möglichst lange beizubehalten, generell mindestens ein Jahr.

Aus Nutzersicht kann es sinnvoll sein, dauerhafte Weiterleitungen noch länger bestehen zu lassen, wenn alte Links weiterhin verwendet werden.

Gleichzeitig sollten eigene interne Links möglichst auf die endgültigen URLs aktualisiert werden.

Wann ist 301 typischerweise richtig?

Wann ist 302 typischerweise richtig?

Ein einfacher Entscheidungscheck

  1. Soll die alte URL dauerhaft ersetzt werden?
  2. Gibt es eine sachlich passende neue Zielseite?
  3. Ist die Weiterleitung wirklich permanent oder nur vorübergehend?
  4. Muss bei Nicht-GET-Anfragen die HTTP-Methode sicher erhalten bleiben?
  5. Führt die Weiterleitung direkt zum endgültigen Ziel?
  6. Sind interne Links und Canonicals bereits aktualisiert?
  7. Enthält die Sitemap nur die URLs, die tatsächlich verwendet werden sollen?
  8. Wurde die Weiterleitung nach der Einrichtung technisch getestet?

Bei einem Relaunch reicht die Statuscodefrage allein nicht

Bei einem vollständigen Website-Relaunch ist die Auswahl zwischen 301 und 302 nur ein Teil der Migration.

Bestehende URLs sollten zunächst inventarisiert und sinnvoll den neuen Seiten zugeordnet werden.

Mehr dazu: Alte Website optimieren oder neu erstellen?

Weiterleitungen können auch Indexierungsprobleme erklären

Wenn eine URL unerwartet nicht mehr selbst indexiert wird, sollte ebenfalls geprüft werden, ob sie auf eine andere Adresse weiterleitet oder Bestandteil einer Weiterleitungskette ist.

Dazu: Google indexiert meine Seite nicht – woran liegt es?

Fazit

Eine 301-Weiterleitung ist nicht pauschal besser als eine 302-Weiterleitung.

Die richtige Wahl hängt davon ab, ob eine URL dauerhaft oder nur vorübergehend an einen anderen Ort verschoben wurde.

Für dauerhafte Änderungen gehören 301 und 308 zu den passenden serverseitigen HTTP-Weiterleitungen.

Für vorübergehende Änderungen sind unter anderem 302 und 307 vorgesehen.

Mindestens genauso wichtig wie der Statuscode sind jedoch ein passendes Ziel, kurze Weiterleitungswege und eine konsistente Aktualisierung der übrigen Website-Signale.

Primärquellen zu HTTP-Weiterleitungen

Für die Einordnung der Google-Suche verwendet SEOIO die offizielle Dokumentation von Google Search Central. Die technische Bedeutung der HTTP-Statuscodes wird zusätzlich anhand des HTTP-Standards eingeordnet.

Google Search Central: Weiterleitungen und die Google Suche

Google Search Central: Websiteverschiebungen und Migrationen

RFC 9110: HTTP Semantics – Redirection

Quellen und redaktioneller Maßstab von SEOIO Wissen

Google ist eine Marke von Google. SEOIO steht in keiner geschäftlichen Verbindung zu Google. Die Bezeichnung wird ausschließlich zur sachlichen Beschreibung verwendet.