Kurzantwort:
Die meisten Unternehmenswebsites benötigen mindestens eine klare Startseite, verständliche Leistungsseiten, Unternehmensinformationen und gut erreichbare Kontaktwege.
Weitere Seiten wie Referenzen, Wissensbereiche, Branchenlösungen oder Standortseiten sind dann sinnvoll, wenn sie einen echten Informationsbedarf abdecken.
Die Seitenstruktur sollte aus den Leistungen und Nutzerbedürfnissen entstehen – nicht aus einer starren Vorlage.
Die Startseite ist Orientierung, nicht das gesamte Unternehmen
Viele Unternehmenswebsites versuchen, sämtliche Informationen auf der Startseite unterzubringen.
Dadurch entsteht häufig eine sehr lange Seite, auf der Leistungen, Unternehmen, Referenzen, Kontakt und zahlreiche Detailthemen miteinander konkurrieren.
Sinnvoller ist es, die Startseite als Orientierungsebene zu verstehen.
Sie sollte schnell vermitteln:
- welches Unternehmen hier auftritt,
- welche Leistungen angeboten werden,
- für wen diese Leistungen gedacht sind,
- welche weiterführenden Seiten relevant sind,
- und wie ein Interessent Kontakt aufnehmen kann.
1. Eigene Seiten für wichtige Dienstleistungen
Wenn ein Unternehmen mehrere klar unterscheidbare Leistungen anbietet, sollten diese häufig nicht nur in kurzen Absätzen auf der Startseite erwähnt werden.
Eine eigene Leistungsseite kann detaillierter erklären:
- welches Problem gelöst wird,
- was die Leistung umfasst,
- für welche Kunden sie geeignet ist,
- wie der Ablauf aussieht,
- welche Fragen vor einer Beauftragung typisch sind.
Auch für SEO kann diese Trennung sinnvoll sein, weil unterschiedliche Suchintentionen dadurch klareren Zielseiten zugeordnet werden können.
2. Braucht jede einzelne Leistung eine eigene Seite?
Nein.
Zwei Bezeichnungen rechtfertigen noch keine zwei Seiten, wenn dahinter praktisch dieselbe Leistung und dieselbe Suchintention stehen.
Zu viele stark ähnliche Seiten können die Website unnötig aufblähen.
Eine eigene Seite ist besonders dann sinnvoll, wenn sich mindestens mehrere der folgenden Punkte unterscheiden:
- Zielgruppe,
- Problemstellung,
- Leistungsumfang,
- Suchintention,
- Entscheidungsprozess,
- relevante Fragen.
3. Eine Unternehmens- oder Über-uns-Seite
Potenzielle Kunden möchten besonders bei Dienstleistungen wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Eine Unternehmensseite kann deshalb unter anderem erklären:
- wer hinter dem Unternehmen steht,
- welche fachliche Ausrichtung besteht,
- welche Arbeitsweise verfolgt wird,
- und wodurch sich das Angebot sinnvoll unterscheidet.
Dabei sind konkrete Informationen meistens hilfreicher als allgemeine Aussagen über Leidenschaft, Innovation oder Qualität.
4. Eine leicht auffindbare Kontaktseite
Interessenten sollten nicht suchen müssen, wie sie ein Unternehmen erreichen.
Eine Kontaktseite kann verschiedene Kontaktwege bündeln und erklären, welche Informationen für eine erste Anfrage hilfreich sind.
Gleichzeitig sollten wichtige Leistungsseiten bereits einen passenden Weg zur Kontaktaufnahme anbieten.
5. Referenzen und Projekte
Referenzen können bei beratungs- und projektorientierten Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur Entscheidung leisten.
Besonders hilfreich sind nachvollziehbare Beispiele, bei denen erkennbar wird:
- welche Ausgangssituation bestand,
- welche Aufgabe übernommen wurde,
- wie das Projekt grundsätzlich umgesetzt wurde,
- und welches Ergebnis nachvollziehbar dargestellt werden kann.
Natürlich sollten nur Referenzen, Namen, Aussagen und Materialien veröffentlicht werden, für deren Nutzung die erforderlichen Rechte beziehungsweise Freigaben vorliegen.
6. Wissensseiten können frühere Kaufphasen abdecken
Nicht jeder potenzielle Kunde sucht sofort nach einem Anbieter.
Viele beginnen mit einer konkreten Frage:
- Warum wird meine Website nicht gefunden?
- Brauche ich ein CMS?
- Warum bekomme ich keine Anfragen?
- Warum rankt meine Konkurrenz besser?
Ein Wissensbereich kann solche Fragen sachlich beantworten und anschließend zur passenden Dienstleistung führen.
Genau diese Funktion erfüllt der SEOIO-Wissensbereich .
7. Braucht ein Unternehmen Branchen- oder Zielgruppenseiten?
Solche Seiten können sinnvoll sein, wenn sich Anforderungen, Probleme oder Leistungen tatsächlich je Zielgruppe unterscheiden.
Eine bloße Ersetzung des Branchennamens in ansonsten identischen Texten bietet dagegen kaum zusätzlichen Nutzen.
Eine gute Zielgruppenseite sollte erklären, was für diese Zielgruppe tatsächlich besonders relevant ist.
8. Wann sind Standortseiten sinnvoll?
Für Unternehmen mit regionalem Leistungsbezug können Standortseiten sinnvoll sein.
Voraussetzung ist auch hier, dass die Seite einen tatsächlichen lokalen Informationswert besitzt.
Eine große Anzahl nahezu identischer Stadtseiten ohne eigenständigen Nutzen sollte nicht das Ziel einer Informationsarchitektur sein.
9. Preise oder zumindest Preisorientierung
Bei vielen Dienstleistungen lässt sich kein pauschaler Endpreis nennen.
Trotzdem interessieren sich potenzielle Kunden dafür, welche Größenordnung, Abrechnungslogik oder Einflussfaktoren relevant sind.
Eine Preis- oder Angebotsseite kann deshalb erklären:
- welche Faktoren den Aufwand bestimmen,
- was typischerweise im Angebot enthalten ist,
- welche Leistungen zusätzlich entstehen können,
- und wie ein konkretes Angebot zustande kommt.
10. Rechtlich erforderliche Informationen gehören ebenfalls zur Website
Je nach Unternehmen, Angebot und technischer Ausgestaltung können rechtliche Informationspflichten bestehen.
Welche konkreten Inhalte erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab und sollte bei Unsicherheit rechtlich geprüft werden.
Die Website-Planung sollte solche Anforderungen früh berücksichtigen, statt sie erst unmittelbar vor Veröffentlichung zu behandeln.
11. Navigation und Seitenstruktur sind nicht dasselbe
Nicht jede vorhandene Seite muss gleichwertig in der Hauptnavigation stehen.
Eine Website kann viele fachlich sinnvolle Unterseiten besitzen und trotzdem eine übersichtliche Navigation behalten.
Die Informationsarchitektur legt fest, wie Inhalte zusammengehören. Die Navigation entscheidet anschließend, welche dieser Wege besonders sichtbar angeboten werden.
12. Nutzer sollten nicht die interne Unternehmensstruktur lernen müssen
Websites werden manchmal so aufgebaut, wie ein Unternehmen intern organisiert ist.
Kunden denken jedoch häufig nicht in Abteilungen, Zuständigkeiten oder internen Produktbezeichnungen.
Eine nutzerorientierte Struktur beginnt deshalb bei Fragen wie:
- Was möchte der Besucher erreichen?
- Welches Problem möchte er lösen?
- Welche Informationen benötigt er für seine Entscheidung?
- Welche Seite ist dafür die beste Zielseite?
Beispiel für eine schlanke Unternehmenswebsite
| Seitentyp | Aufgabe | Wann besonders wichtig? |
|---|---|---|
| Startseite | Orientierung und Einstieg | Praktisch immer |
| Leistungsseiten | Angebote konkret erklären | Bei mehreren klar unterscheidbaren Leistungen |
| Unternehmen / Über uns | Anbieter und Arbeitsweise einordnen | Besonders bei Dienstleistungen |
| Referenzen | Erfahrung nachvollziehbar machen | Bei projektbezogenen Leistungen |
| Wissen / Ratgeber | Informationsfragen beantworten | Bei SEO- und beratungsintensiven Angeboten |
| Kontakt | Kontaktwege bündeln | Praktisch immer |
Was Sie vor dem Website-Projekt festlegen sollten
- Welche Leistungen sollen aktiv verkauft werden?
- Welche Zielgruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse?
- Welche Fragen stellen potenzielle Kunden vor einer Anfrage?
- Welche Leistungen benötigen eigene Landingpages?
- Welche Inhalte ändern sich regelmäßig?
- Welche Referenzen dürfen veröffentlicht werden?
- Welche Seiten sollen über Google gefunden werden?
- Welcher nächste Schritt soll auf jeder wichtigen Seite möglich sein?
Erst Struktur, dann Design
Farben, Bilder und Animationen sind sichtbar und werden deshalb häufig zuerst diskutiert.
Für die langfristige Qualität einer Unternehmenswebsite ist es jedoch sinnvoll, zunächst Inhalte und Seitenstruktur zu klären.
Ein gutes Design kann eine unklare Informationsarchitektur nicht vollständig kompensieren.
Umgekehrt lässt sich eine sinnvoll geplante Struktur anschließend gezielt gestalten.
CMS-Frage noch offen?
Wenn die Seitenstruktur grundsätzlich feststeht, stellt sich oft die nächste technische Frage:
CMS oder ohne CMS – was passt für Ihre Unternehmenswebsite?
Fazit
Eine Unternehmenswebsite braucht nicht möglichst viele Seiten. Sie braucht eine nachvollziehbare Struktur.
Jede wichtige Unterseite sollte eine erkennbare Aufgabe erfüllen: informieren, eine Leistung erklären, Vertrauen schaffen, eine Entscheidung unterstützen oder den nächsten Schritt ermöglichen.
Je früher diese Aufgaben geklärt werden, desto zielgerichteter lassen sich Design, SEO und technische Umsetzung anschließend entwickeln.
Alte Website optimieren oder neu erstellen?
Onepager oder mehrere Unterseiten?