Kurzantwort:
Es gibt keinen sinnvollen allgemeinen Rhythmus wie „alle drei Monate“ oder „einmal pro Jahr“ für jede Seite.
Aktualisieren Sie Inhalte, wenn wesentliche Informationen veraltet, unvollständig oder nicht mehr mit dem tatsächlichen Angebot beziehungsweise Nutzerbedarf vereinbar sind.
Nur das Datum einer unveränderten Seite zu erneuern, ist keine sinnvolle Content-Strategie.
Aktualität ist nicht für jedes Thema dasselbe
Manche Informationen verändern sich schnell.
Andere bleiben über Jahre fachlich gültig.
Deshalb sollte die Aktualisierungshäufigkeit vom Inhalt abhängen und nicht von einem pauschalen Redaktionskalender.
Beispiele für Inhalte mit unterschiedlichem Aktualitätsbedarf
| Inhalt | Typischer Prüfbedarf |
|---|---|
| Öffnungszeiten oder Kontaktdaten | sofort bei jeder tatsächlichen Änderung |
| Preise oder Leistungsumfang | sobald Angebot oder Konditionen geändert werden |
| Software- oder technische Anleitung | bei relevanten Änderungen der beschriebenen Technik |
| Gesetzes- oder Regelbezug | wenn sich die zugrunde liegende Regelung verändert |
| Grundlagenartikel | wenn Aussagen fachlich überholt oder wichtige Aspekte hinzugekommen sind |
| Unternehmensleistung | sobald Angebot, Ablauf, Zielgruppe oder Voraussetzungen nicht mehr korrekt dargestellt werden |
Google verlangt keine pauschal ständig neuen Texte
Google weist in seiner Dokumentation zu hilfreichen Inhalten ausdrücklich darauf hin, dass das massenhafte Hinzufügen oder Entfernen älterer Inhalte nicht allein deshalb sinnvoll ist, weil eine Website dadurch vermeintlich „frischer“ erscheint.
Auch das Ändern des Datums einer Seite ohne wesentliche inhaltliche Veränderung nennt Google als problematisches Vorgehen.
Daraus folgt: Aktualität sollte eine tatsächliche Veränderung des Inhalts widerspiegeln.
Wann Aktualität für die Suche besonders wichtig sein kann
Nicht jede Suchanfrage erwartet denselben Aktualitätsgrad.
Google beschreibt eigene Freshness-Systeme für Suchanfragen, bei denen Nutzer wahrscheinlich aktuellere Informationen erwarten.
Bei einem aktuellen Ereignis kann Aktualität deshalb wesentlich wichtiger sein als bei einer dauerhaft gültigen Grundlagenfrage.
Das bedeutet aber nicht, dass jede ältere Seite allein aufgrund ihres Alters schlechter sein muss.
Alter und Veraltetheit sind nicht dasselbe
Ein Inhalt kann vor mehreren Jahren veröffentlicht worden sein und fachlich weiterhin korrekt sein.
Umgekehrt kann eine wenige Monate alte Seite bereits falsche Angaben enthalten, wenn sich beispielsweise ein Produkt, Verfahren oder Angebot geändert hat.
Entscheidend ist daher nicht nur das Veröffentlichungsdatum, sondern der tatsächliche Informationsstand.
Wann sollte eine Seite konkret geprüft werden?
Eine Überprüfung ist besonders sinnvoll, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:
- Die angebotene Leistung hat sich verändert.
- Preise, Abläufe oder Voraussetzungen stimmen nicht mehr.
- Verlinkte Quellen oder externe Seiten sind nicht mehr aktuell.
- Beschriebene Software, Technik oder Plattformen haben sich wesentlich geändert.
- Ein Artikel enthält mittlerweile falsche oder unvollständige Aussagen.
- Nutzer stellen inzwischen andere oder zusätzliche Fragen.
- Die Seite erhält Sichtbarkeit für Suchanfragen, die sie nur unzureichend beantwortet.
- Interne Links führen auf entfernte oder unpassende Ziele.
Ein Rankingverlust ist ein Anlass zur Prüfung – nicht automatisch zum Umschreiben
Wenn eine Seite bei Google an Sichtbarkeit verliert, kann eine inhaltliche Aktualisierung sinnvoll sein.
Der Rankingverlust beweist aber nicht automatisch, dass der Text „zu alt“ ist.
Ebenso möglich sind beispielsweise:
- technische Probleme,
- veränderte Suchintention,
- stärkere Wettbewerber,
- interne Verlinkungsprobleme,
- Änderungen auf der Suchergebnisseite,
- oder veränderte Nachfrage.
Deshalb sollte zuerst diagnostiziert werden, was sich tatsächlich verändert hat.
Dazu: Google-Ranking plötzlich gefallen?
Search-Console-Daten können Hinweise liefern
Bei bestehenden Seiten kann die Google Search Console helfen, Veränderungen bei Impressionen, Klicks, Suchanfragen und durchschnittlichen Positionen zu erkennen.
Diese Werte erklären die Ursache nicht automatisch.
Sie können aber zeigen, welche Themen und Suchanfragen genauer untersucht werden sollten.
Nicht jede zusätzliche Information verbessert eine Seite
Eine Aktualisierung bedeutet nicht, einen bestehenden Text einfach länger zu machen.
Neue Abschnitte sind sinnvoll, wenn sie eine relevante Frage beantworten oder eine bestehende Aussage präzisieren.
Informationen ohne erkennbaren Nutzen können eine Seite dagegen unnötig schwer lesbar machen.
Was eine substanzielle Aktualisierung sein kann
Je nach Seite kann eine wirkliche Überarbeitung beispielsweise bedeuten:
- veraltete Fakten zu korrigieren,
- inzwischen falsche Empfehlungen zu entfernen,
- neue relevante Entwicklungen einzuordnen,
- Primärquellen zu aktualisieren,
- unverständliche Passagen klarer zu formulieren,
- fehlende wichtige Nutzerfragen zu ergänzen,
- interne Links auf passende aktuelle Seiten anzupassen,
- oder den tatsächlichen Leistungsumfang wieder korrekt darzustellen.
Wann darf sich das Änderungsdatum ändern?
Wenn ein Artikel wesentlich überarbeitet wurde, ist ein aktualisiertes Änderungsdatum nachvollziehbar.
Wurde dagegen nur ein Tippfehler korrigiert oder das Datum ohne wesentliche Inhaltsänderung ersetzt, sollte daraus keine vermeintlich neue Veröffentlichung gemacht werden.
Sichtbares Datum und strukturierte Daten sollten den tatsächlichen redaktionellen Stand widerspiegeln.
Veröffentlichungsdatum und Änderungsdatum unterscheiden
Bei dauerhaft veröffentlichten Wissensinhalten können zwei unterschiedliche Informationen sinnvoll sein:
- wann der Inhalt ursprünglich veröffentlicht wurde,
- und wann er zuletzt wesentlich überarbeitet wurde.
Das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum muss dabei nicht verschwinden, nur weil später eine fachliche Aktualisierung erfolgt.
Seiten nicht nur wegen ihres Alters löschen
Ein älterer Artikel ist nicht automatisch nutzlos.
Bevor Inhalte entfernt werden, sollte geprüft werden:
- Ist die Information weiterhin fachlich richtig?
- Wird die Seite noch genutzt oder gesucht?
- Gibt es eine bessere aktuelle Seite zum selben Thema?
- Lässt sich der Inhalt sinnvoll überarbeiten?
- Würde eine Zusammenführung mit einer anderen Seite Nutzern tatsächlich helfen?
Neue Inhalte nicht nur veröffentlichen, damit „etwas Neues“ erscheint
Auch ein regelmäßiger Blogkalender ist kein Selbstzweck.
Wenn ein Unternehmen jede Woche einen neuen Artikel publiziert, daraus aber weder neue relevante Fragen noch eigenständige Inhalte entstehen, wächst vor allem die Zahl der URLs.
Besser ist ein neuer Inhalt dann, wenn er eine Aufgabe erfüllt, die bestehende Seiten noch nicht sinnvoll übernehmen.
Dazu: Blog oder Leistungsseite – welcher Inhalt gehört wohin?
Keyworddaten nicht mit Aktualisierungszwang verwechseln
Wenn neue Suchbegriffe auftauchen, muss nicht automatisch für jedes Keyword ein neuer Absatz oder eine neue Seite entstehen.
Zunächst sollte geprüft werden, ob sich tatsächlich ein neuer Informationsbedarf zeigt oder lediglich eine andere Formulierung eines bereits behandelten Themas.
Mehr dazu: Welche Keywords sind für meine Unternehmenswebsite sinnvoll?
Ein praktikabler Prüfzyklus statt pauschaler Aktualisierungszwang
Auch ohne feste Aktualisierungspflicht ist eine regelmäßige redaktionelle Kontrolle sinnvoll.
Dabei muss nicht jede Seite vollständig neu geschrieben werden.
Eine Prüfung kann zunächst nur klären:
- Sind die zentralen Aussagen noch richtig?
- Stimmen Angebot, Preise, Abläufe und Kontaktdaten?
- Funktionieren die wichtigen internen und externen Links?
- Sind verwendete Quellen noch aktuell und erreichbar?
- Beantwortet die Seite die relevanten Nutzerfragen noch?
- Haben sich Suchintention oder tatsächliches Angebot verändert?
- Ist eine Überarbeitung, Zusammenführung oder gar keine Änderung die sinnvollste Entscheidung?
Welche Seiten zuerst prüfen?
Wenn eine Website viele Inhalte besitzt, ist eine Priorisierung sinnvoll.
Beginnen kann man beispielsweise bei:
- zentralen Leistungsseiten,
- Seiten mit vielen organischen Impressionen oder Klicks,
- Inhalten mit zeitabhängigen Informationen,
- häufig verlinkten Wissensartikeln,
- Seiten mit offensichtlichen veralteten Angaben,
- und Inhalten, deren Sichtbarkeit deutlich zurückgegangen ist.
Nicht jede Prüfung muss zu einer Änderung führen
Eine wichtige redaktionelle Entscheidung kann auch lauten: Die Seite bleibt unverändert.
Wenn Inhalt, Quellen, Nutzerbedarf und Leistungsbezug weiterhin stimmen, gibt es keinen Grund, nur aus Routine Formulierungen auszutauschen.
Fazit
Website-Inhalte müssen nicht nach einem pauschalen Zeitplan immer wieder neu geschrieben werden.
Eine Aktualisierung ist sinnvoll, wenn sich Informationen, Angebot, Technik, Quellen oder Nutzerbedarf tatsächlich verändert haben.
Alter allein macht einen Inhalt nicht schlecht. Ebenso macht ein neues Datum einen unveränderten Inhalt nicht automatisch besser.
Sinnvoll ist deshalb ein regelmäßiger Prüfprozess, bei dem erst entschieden wird, ob überhaupt eine Änderung erforderlich ist.
Offizielle Google-Quellen
Aussagen zur Aktualität von Inhalten und zur Bedeutung von Freshness stützt SEOIO auf offizielle Google-Search-Central-Dokumentationen.
Google Search Central: hilfreiche, vertrauenswürdige und nutzerorientierte Inhalte
Google Search Central: Leitfaden zu Ranking-Systemen und Freshness
Google Search Console: Leistungsbericht für Google-Suchergebnisse
Quellen und redaktioneller Maßstab von SEOIO Wissen
Google und Google Search Console sind Marken von Google. SEOIO steht in keiner geschäftlichen Verbindung zu Google. Die Bezeichnungen werden ausschließlich zur sachlichen Beschreibung verwendet.