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Praxis-Website

Welche Seiten braucht eine Arztpraxis-Website?

Eine Praxis-Website braucht nicht möglichst viele Unterseiten. Sie braucht eine Struktur, in der Patienten Leistungen, Praxisinformationen, Kontaktwege und organisatorische Hinweise schnell voneinander unterscheiden können.

Kurzantwort: Für Arztpraxen gibt es keinen allgemeinen Seitenplan, der für jede Fachrichtung, Praxisgröße und Organisationsform gleichermaßen passt. Die sinnvolle Struktur ergibt sich aus den tatsächlich angebotenen Leistungen, den beteiligten Ärztinnen und Ärzten, dem Standortmodell und den Informationen, die Patienten vor einer Kontaktaufnahme oder einem Termin benötigen.

Eine kleine Einzelpraxis kann mit einer überschaubaren Struktur auskommen. Eine Gemeinschaftspraxis, ein Medizinisches Versorgungszentrum oder eine Praxis mit mehreren Standorten benötigt häufig eine stärker differenzierte Informationsarchitektur.

Nicht die Seitenzahl ist entscheidend, sondern die Aufgabe jeder Seite

Vor der Gestaltung sollte zunächst geklärt werden, welche Aufgabe eine Information erfüllt. Eine Leistungsbeschreibung beantwortet andere Fragen als eine Teamseite. Öffnungszeiten und Terminwege haben eine andere Funktion als Informationen über Behandlungsschwerpunkte.

Werden zu viele unterschiedliche Aufgaben auf einer einzigen Seite zusammengefasst, müssen Nutzer lange suchen. Werden dagegen für jede Formulierung oder jedes vermeintliche Keyword eigene Unterseiten angelegt, entstehen schnell Wiederholungen ohne zusätzlichen Nutzen.

Eine sinnvolle Praxisstruktur liegt zwischen diesen beiden Extremen.

1. Die Startseite: Orientierung statt vollständiger Leistungsübersicht

Die Startseite sollte schnell verständlich machen, um welche Praxis es sich handelt, welche medizinischen Schwerpunkte vorhanden sind, wo sich die Praxis befindet und wie Patienten den nächsten sinnvollen Schritt finden.

Sie muss nicht jede Behandlung ausführlich erklären. Dafür können eigenständige Leistungs- oder Schwerpunktseiten geeigneter sein, sofern zu dem jeweiligen Thema tatsächlich genügend eigenständige Informationen vorhanden sind.

Typische Orientierungspunkte auf einer Startseite sind beispielsweise:

2. Leistungen und Behandlungsschwerpunkte sinnvoll trennen

Nicht jede medizinische Leistung braucht automatisch eine eigene Unterseite. Eine eigene Seite wird vor allem dann sinnvoll, wenn ein Behandlungsschwerpunkt einen eigenständigen Informationsbedarf hat und nicht nur in wenigen Sätzen beschrieben werden kann.

Ausgangspunkt sollte nicht allein eine Keywordliste sein, sondern die Frage, welche Informationen Patienten zum jeweiligen Leistungsbereich tatsächlich benötigen.

Mögliche Inhalte sind beispielsweise die Einordnung des Leistungsbereichs, organisatorische Abläufe, Voraussetzungen oder die Abgrenzung zu anderen Angeboten der Praxis. Medizinische Informationen sollten sachlich und für die jeweilige Zielgruppe verständlich formuliert werden.

Dieser Artikel bleibt bewusst auf die gesamte Informationsarchitektur der Praxis-Website fokussiert. Die Detailfrage, wann mehrere medizinische Leistungsbereiche eine gemeinsame oder getrennte Seite benötigen, behandeln wir separat: Wie sollten medizinische Leistungen auf einer Praxis-Website strukturiert werden?

3. Praxis und Team brauchen einen klar erkennbaren Bereich

Informationen über die Praxis sollten nicht zwischen Leistungsbeschreibungen versteckt werden. Ein eigener Praxis- oder Team-Bereich kann erklären, wer behandelt, welche Funktionen im Team bestehen und welche organisatorischen Besonderheiten die Praxis hat.

Ob jede Ärztin oder jeder Arzt eine eigene Profilseite benötigt, hängt vom Umfang der Informationen ab. Bei mehreren Behandelnden, unterschiedlichen Fachgebieten oder klar getrennten Schwerpunkten können eigene Profile übersichtlicher sein. Bei einer kleinen Praxis kann eine gemeinsame Teamseite ausreichen.

Entscheidend ist, dass Qualifikationen und Zuständigkeiten korrekt und nachvollziehbar dargestellt werden.

4. Termin, Sprechzeiten und Kontakt nicht unnötig verstecken

Organisatorische Informationen erfüllen eine konkrete Aufgabe: Patienten müssen erkennen können, wie die Praxis erreichbar ist und welcher Kontaktweg vorgesehen ist.

Je nach Praxis können dazu gehören:

Ob diese Informationen eine eigene Kontaktseite benötigen oder zusätzlich an mehreren Stellen erscheinen, hängt von der Praxisstruktur ab. Der zentrale Kontaktweg sollte jedenfalls nicht erst nach mehreren Navigationsschritten auffindbar sein.

5. Patienteninformationen können einen eigenen Bereich verdienen

Viele Praxen haben organisatorische Informationen, die weder auf die Startseite noch direkt auf eine Leistungsseite gehören.

Das können beispielsweise Hinweise zu benötigten Unterlagen, organisatorischen Abläufen, Terminvorbereitung oder häufig wiederkehrenden Praxisfragen sein.

Wenn solche Informationen umfangreicher werden, kann ein eigener Bereich für Patienteninformationen übersichtlicher sein als eine lange Sammlung auf der Kontakt- oder Startseite.

Dabei sollte klar zwischen organisatorischer Information und individueller medizinischer Beratung unterschieden werden.

6. Mehrere reale Praxisstandorte brauchen eine erkennbare Struktur

Bei mehreren tatsächlichen Praxisstandorten reicht eine gemeinsame Adressliste nicht immer aus. Wenn sich Öffnungszeiten, Erreichbarkeit, Teams oder Leistungen unterscheiden, können eigene Standortseiten sinnvoll sein.

Solche Seiten sollten jeweils eigenen Informationswert enthalten und nicht lediglich den Ortsnamen austauschen.

Die allgemeinen Grundlagen zu realen Standorten, Standortseiten und Google-Unternehmensprofilen finden Sie hier: Mehrere Standorte im Local SEO richtig abbilden .

7. Braucht eine Arztpraxis einen Wissens- oder Ratgeberbereich?

Ein zusätzlicher Wissensbereich kann sinnvoll sein, wenn regelmäßig Fragen erklärt werden sollen, die nicht unmittelbar zu einer einzelnen Praxisleistung gehören.

Ein solcher Bereich sollte jedoch nicht angelegt werden, nur um möglichst viele Suchbegriffe abzudecken. Jeder Beitrag braucht eine eigenständige Fragestellung und einen nachvollziehbaren Nutzen.

Die grundsätzliche Abgrenzung zwischen Informations- und Leistungsinhalten erläutert: Blog oder Leistungsseite – welcher Inhalt gehört wohin?

Gerade bei Gesundheitsthemen ist besondere redaktionelle Sorgfalt erforderlich. Google ordnet Gesundheit den Themen zu, bei denen Vertrauenswürdigkeit besonders wichtig ist.

Eine ausführlichere Einordnung dazu finden Sie unter: E-E-A-T bei Google: Ist das ein Rankingfaktor?

8. CMS oder ohne CMS ist eine technische Folgefrage

Die Informationsarchitektur sollte nicht davon abhängen, ob die Praxis später ein CMS verwendet.

Zuerst sollte feststehen, welche Inhalte benötigt werden und wie häufig sie geändert werden. Danach lässt sich entscheiden, ob eine redaktionelle Oberfläche für die Praxis sinnvoll ist.

Wenn Inhalte regelmäßig intern gepflegt werden sollen, kann ein CMS Vorteile bieten. Bei weitgehend stabilen Inhalten kann auch eine individuell entwickelte Website ohne CMS passend sein.

Eine allgemeine Entscheidungshilfe finden Sie hier: CMS oder ohne CMS – was passt für Ihre Unternehmenswebsite?

9. Seiten sollten reale Informationsbedürfnisse abbilden

Für SEO ist es nicht sinnvoll, nahezu identische Unterseiten nur deshalb zu erstellen, weil verschiedene Suchbegriffe existieren. Eine Seite sollte einen klaren eigenen Zweck und erkennbaren Informationswert haben.

Google empfiehlt hilfreiche, vertrauenswürdige und nutzerorientierte Inhalte. Für eine Praxis-Website bedeutet das praktisch: zuerst den Informationsbedarf klären und anschließend entscheiden, ob dafür eine eigene Seite benötigt wird.

Die branchenübergreifende Grundlage zur Seitenplanung finden Sie in: Welche Seiten braucht eine Unternehmenswebsite?

10. Medizinische Inhalte und Werbung gesondert prüfen

Eine sinnvolle Seitenstruktur beantwortet noch nicht die Frage, welche konkrete Formulierung rechtlich oder berufsrechtlich zulässig ist.

Die Bundesärztekammer weist darauf hin, dass die Berufsordnung der jeweils zuständigen Ärztekammer die für den einzelnen Arzt geltenden Berufspflichten regelt. Die Berufsordnungen enthalten unter anderem Bestimmungen zur Werbung.

Zusätzlich untersagt § 3 des Heilmittelwerbegesetzes irreführende Werbung. Dazu gehören unter anderem falsche Angaben oder ein irreführend vermittelter Eindruck, ein Behandlungserfolg könne sicher erwartet werden.

Aussagen zu medizinischen Wirkungen, Qualifikationen, Behandlungsergebnissen oder vergleichbaren fachlichen Angaben sollten deshalb vor der Veröffentlichung sorgfältig geprüft werden.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine Website- und SEO-Strukturhilfe und keine medizinische oder rechtliche Beratung. Maßgeblich sind die konkret anwendbaren Vorschriften und die zuständige Ärztekammer.

Die verwendeten Primärquellen finden Sie zentral unter Quellen zur Struktur und Kommunikation von Praxis-Websites .

Beispiel für eine überschaubare Praxisstruktur

Eine mögliche Struktur für eine einzelne Arztpraxis könnte beispielsweise so aussehen:

  1. Startseite
  2. Leistungen oder Behandlungsschwerpunkte
  3. gegebenenfalls einzelne Schwerpunktseiten
  4. Praxis und Team
  5. Patienteninformationen
  6. Termin und Kontakt
  7. rechtlich erforderliche beziehungsweise zu prüfende Pflichtinformationen

Bei mehreren Ärztinnen und Ärzten, Fachrichtungen oder Standorten kann diese Struktur erweitert werden. Bei einer kleinen Praxis kann sie entsprechend schlanker ausfallen.

Checkliste vor der Planung einer Praxis-Website

  1. Welche Leistungen und Behandlungsschwerpunkte bietet die Praxis tatsächlich an?
  2. Welche Themen benötigen mehr als eine kurze Erklärung?
  3. Welche Informationen betreffen die gesamte Praxis und welche nur einzelne Leistungen?
  4. Müssen mehrere Ärztinnen, Ärzte oder Fachgebiete getrennt dargestellt werden?
  5. Welche organisatorischen Informationen benötigen Patienten vor Termin oder Kontakt?
  6. Gibt es mehrere reale Standorte mit unterschiedlichen Angaben?
  7. Welche Inhalte werden später regelmäßig geändert?
  8. Welche Aussagen müssen fachlich, rechtlich oder berufsrechtlich geprüft werden?
  9. Welche Seite soll für welchen konkreten Informationsbedarf zuständig sein?

Fazit

Eine Arztpraxis-Website braucht nicht für jeden Suchbegriff eine eigene Unterseite. Sie braucht eine verständliche Trennung von Leistungen, Praxisinformationen, Team, Organisation und Kontakt.

Eigene Seiten sind dort sinnvoll, wo ein Thema einen eigenständigen Informationsbedarf hat. Wo Inhalte lediglich wiederholt würden, ist eine gemeinsame Seite meist klarer.

Die Informationsarchitektur sollte deshalb vor Design und technischer Umsetzung festgelegt werden.