Kurzantwort:
Besitzt ein Unternehmen mehrere tatsächlich betriebene und nach den Google-Richtlinien zulässige Standorte, können diese grundsätzlich mit eigenen Unternehmensprofilen abgebildet werden.
Ein Dienstleistungsunternehmen mit nur einem realen Unternehmensstandort darf dagegen nicht einfach für jede Stadt seines Einzugsgebiets ein zusätzliches Profil anlegen.
Eigene Standortseiten auf der Website sind besonders dann sinnvoll, wenn jeder reale Standort eigenständige und für Nutzer relevante Informationen besitzt.
Zuerst unterscheiden: mehrere Standorte oder nur mehrere Zielgebiete?
Der wichtigste Schritt kommt vor jeder Keyword- oder Seitenplanung.
Ein Unternehmen kann in mehreren Städten tätig sein, ohne dort mehrere Unternehmensstandorte zu besitzen.
Das ist beispielsweise bei einem Handwerksbetrieb möglich, der von einer zentralen Betriebsstätte aus Kunden in vielen Orten besucht.
Davon zu unterscheiden ist ein Unternehmen mit mehreren tatsächlich betriebenen Niederlassungen, an denen jeweils eigene Mitarbeiter tätig sind oder Kunden empfangen werden.
| Situation | Typische Local-SEO-Struktur |
|---|---|
| Ein Standort, Leistungen in mehreren Städten | Ein Unternehmensprofil mit realistischem Einzugsgebiet |
| Mehrere echte Niederlassungen | Je nach Berechtigung eigene Profile für die einzelnen Standorte |
| Gemietete Adresse ohne tatsächlichen Betrieb | Kein zusätzlicher Standort allein aufgrund der Adresse |
| Mehrere unterschiedliche berechtigte Unternehmen an derselben Adresse | Getrennte Profile können unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein |
Einzugsgebiet ist nicht dasselbe wie ein weiterer Standort
Ein Einzugsgebiet beschreibt, wo ein Unternehmen seine Leistungen anbietet. Es erzeugt keinen zusätzlichen Unternehmensstandort.
Google sieht für ein Dienstleistungsunternehmen ohne mehrere reale Standorte grundsätzlich ein Profil für den tatsächlichen Unternehmensstandort beziehungsweise die Zentrale vor.
Die Einzelheiten zu ausgeblendeten Adressen, Hybridunternehmen und Dienstleistungsgebieten behandelt: „Google-Unternehmensprofil: Einzugsgebiet richtig einstellen“ .
Wann sind mehrere Google-Unternehmensprofile möglich?
Google erlaubt für ein Dienstleistungsunternehmen mehrere Profile, wenn tatsächlich getrennte Standorte mit jeweils unterschiedlichen Mitarbeitern und eigenen Einzugsgebieten bestehen und die jeweiligen Standorte die Richtlinien erfüllen.
Bei Ladengeschäften und anderen Kundenstandorten muss ebenfalls ein tatsächlicher realer Standort vorliegen.
Das bedeutet: Nicht die gewünschte lokale Reichweite entscheidet darüber, ob ein weiteres Profil angelegt werden kann, sondern der reale Unternehmensbetrieb.
Nicht für jede Stadt ein Unternehmensprofil anlegen
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, das Google-Unternehmensprofil wie eine lokale Landingpage zu behandeln.
Wer beispielsweise von Hamburg aus Kunden in Lübeck, Kiel und Lüneburg bedient, besitzt dadurch nicht automatisch vier Unternehmensstandorte.
Zusätzliche Profile allein für gewünschte Ortsrankings sind deshalb keine passende Mehrstandort-Strategie.
Virtuelle Büros schaffen keinen echten Unternehmensstandort
Google schließt reine virtuelle Büros beziehungsweise gemietete Postadressen ohne tatsächlichen Betrieb als eigenständigen Unternehmensstandort aus.
Auch bei Coworking-Standorten gelten konkrete Anforderungen. Nach den Google-Richtlinien muss das Unternehmen dort unter anderem tatsächlich präsent sein, Kunden während der Geschäftszeiten empfangen können und durch eigenes Personal vertreten sein.
Eine zusätzliche Geschäftsadresse allein ist deshalb kein belastbarer Weg zu zusätzlicher lokaler Sichtbarkeit.
Mehrere berechtigte Unternehmen an derselben Adresse
Eine gemeinsame Adresse bedeutet nicht in jedem Fall, dass nur ein Profil existieren darf.
Google beschreibt Situationen, in denen mehrere voneinander getrennte und jeweils berechtigte Unternehmen an derselben Adresse eigene Profile besitzen können.
Voraussetzung sind tatsächlich unterschiedliche Unternehmen, eine klare reale Unterscheidbarkeit und die jeweilige Berechtigung für Unternehmensprofile.
Das ist etwas anderes als mehrere Profile für unterschiedliche Dienstleistungen desselben Unternehmens anzulegen.
Dubletten vermeiden
Für denselben Unternehmensstandort sollten nicht versehentlich mehrere Profile angelegt werden.
Google kann solche Profile als Duplikate behandeln.
Vor der Neuanlage eines Standorts sollte deshalb geprüft werden:
- Existiert der Standort bereits in Google Maps?
- Gibt es bereits ein bestätigtes Profil?
- Wird der Standort möglicherweise von einem anderen Unternehmenskonto verwaltet?
- Handelt es sich wirklich um einen neuen Standort und nicht um einen Umzug?
Bei einem Umzug sollte nicht automatisch ein zweites Profil erstellt werden. Google empfiehlt grundsätzlich, die Adresse des bestehenden Profils zu aktualisieren.
Namen an mehreren Standorten konsistent verwenden
Bei Ketten und Marken verlangt Google grundsätzlich eine konsistente Benennung der Standorte.
Der Ortsname sollte deshalb nicht einfach als zusätzlicher Keywordbestandteil an den Unternehmensnamen angehängt werden, wenn das Unternehmen diesen Namen im realen Geschäftsauftritt nicht verwendet.
Unterschiedliche reale Namen können zulässig sein, wenn diese Unterschiede tatsächlich im Geschäftsauftritt bestehen.
Kategorien standortübergreifend konsistent halten
Wenn mehrere Standorte dieselben Leistungen anbieten, sollen sie nach den Google-Richtlinien auch dieselbe zentrale Kategorie verwenden.
Zusätzliche Kategorien können sich unterscheiden, wenn an einem bestimmten Standort tatsächlich andere relevante Geschäftstätigkeiten vorhanden sind.
Zur grundsätzlichen Kategorieauswahl: „Welche Kategorie sollte ich im Google Unternehmensprofil wählen?“ .
Braucht jeder reale Standort eine eigene Website-Seite?
Nicht allein deshalb, weil ein weiteres Unternehmensprofil existiert.
Eine eigene Standortseite ist besonders sinnvoll, wenn sie eigenständige Informationen für Besucher bereitstellt.
Dazu können beispielsweise gehören:
- tatsächliche Anschrift,
- standortspezifische Telefonnummer,
- Öffnungszeiten,
- Ansprechpartner oder Team,
- dort verfügbare Leistungen,
- Anfahrt und Zugang,
- Besonderheiten des Standorts,
- sowie sinnvolle lokale Kontaktinformationen.
Standortseiten benötigen eigenen Informationswert
Eine große Zahl nahezu identischer Seiten, auf denen lediglich der Ortsname ausgetauscht wird, schafft für Nutzer wenig zusätzlichen Wert.
Standortseiten sollten deshalb nicht aus einem Stadtlisten-Prinzip entstehen.
Eine gute Standortseite beantwortet konkrete Fragen zum jeweiligen realen Standort.
Die allgemeinere Entscheidung, welche Unterseiten eine Unternehmenswebsite tatsächlich benötigt, behandelt: „Welche Seiten braucht eine Unternehmenswebsite?“ .
Eine zentrale Standortübersicht kann die Struktur verständlicher machen
Bei mehreren Niederlassungen kann eine zentrale Übersichtsseite sinnvoll sein, von der Nutzer zu den einzelnen Standorten gelangen.
Eine mögliche Struktur ist beispielsweise:
/standorte/
mit darunterliegenden Seiten wie:
/standorte/hamburg/
/standorte/berlin/
/standorte/muenchen/
Das ist kein vorgeschriebenes URL-Schema. Entscheidend ist eine verständliche Informationsarchitektur, die reale Standorte nachvollziehbar abbildet.
Interne Verlinkung zwischen Unternehmen und Standorten
Standortseiten sollten nicht isoliert im Seitenbaum liegen.
Je nach Website kann eine sinnvolle Verknüpfung bestehen zwischen:
- zentraler Standortübersicht,
- einzelnen Standortseiten,
- relevanten Leistungsseiten,
- Kontaktinformationen,
- und gegebenenfalls lokalen Wissensinhalten.
Die Links sollten Nutzer zu tatsächlich passenden Informationen führen und nicht lediglich Ortsnamen als Linktext wiederholen.
Unternehmensprofil und Website-Standort miteinander verbinden
Wenn ein Standort eine eigene Website-Seite besitzt, sollte der Website-Link im Unternehmensprofil möglichst auf die tatsächlich passende Standortseite führen.
Ein Nutzer, der sich für eine bestimmte Niederlassung interessiert, sollte nicht erst auf einer allgemeinen Startseite nach dem richtigen Standort suchen müssen.
Strukturierte Daten für reale Standorte
Google unterstützt strukturierte Daten vom Typ
LocalBusiness für lokale Unternehmen.
In der Search-Central-Dokumentation empfiehlt Google,
jeden lokalen Unternehmensstandort als passenden
LocalBusiness-Typ zu definieren und möglichst den
konkretesten zutreffenden Untertyp zu verwenden.
Strukturierte Daten sollten dabei die tatsächlich sichtbaren und realen Unternehmensinformationen widerspiegeln.
Sie erzeugen keinen Unternehmensstandort und ersetzen weder ein berechtigtes Google-Unternehmensprofil noch nützliche Standortinhalte.
Mehrere Profile organisatorisch verwalten
Sobald mehrere Profile von mehreren Personen gepflegt werden, wird auch die Zugriffsstruktur wichtig.
Google bietet dafür Standortgruppen beziehungsweise Unternehmensgruppen an.
Damit können mehrere Unternehmensprofile gemeinsam organisiert und Zugriffsrechte für Mitarbeiter oder andere berechtigte Nutzer verwaltet werden.
Das ist insbesondere sinnvoller als die gemeinsame Nutzung eines einzigen persönlichen Google-Kontos oder gemeinsam verwendeter Zugangsdaten.
Ab zehn Standorten ist Bulk-Verwaltung möglich
Google bietet Unternehmen mit mindestens zehn Standorten eine Bulk-Standortverwaltung an.
Darüber können mehrere Standorte gemeinsam hinzugefügt, bestätigt und verwaltet werden, sofern die Voraussetzungen und Qualitätsrichtlinien erfüllt sind.
Für kleinere Mehrstandortunternehmen ist eine solche Bulk-Verwaltung nicht Voraussetzung für eine sinnvolle Standortstruktur.
Was sollte an allen Standorten konsistent sein?
Eine zentrale Marke braucht keine künstlich identischen Standortinhalte. Bestimmte Stammdaten sollten aber nachvollziehbar und konsistent gepflegt werden.
Zu prüfen sind insbesondere:
- korrekter Unternehmensname,
- jeweilige Standortadresse,
- Öffnungszeiten,
- Telefonnummer und Kontaktwege,
- Hauptkategorie,
- Website-Ziel,
- sowie der tatsächliche Betriebsstatus.
Was darf sich zwischen Standorten unterscheiden?
Reale Standorte sind nicht zwangsläufig identisch.
Unterschiede können beispielsweise bestehen bei:
- Öffnungszeiten,
- Ansprechpartnern,
- Zusatzleistungen,
- Barrierefreiheit oder Zugang,
- Fotos,
- lokaler Anfahrt,
- oder standortspezifischen Informationen.
Genau diese realen Unterschiede können Standortseiten für Nutzer wertvoll machen.
Häufiger Fehler: Stadtseiten mit Standorten verwechseln
Eine Website kann für eine Region relevante Informationen bereitstellen, ohne dort eine Niederlassung zu besitzen.
Eine solche regionale Landingpage darf aber nicht den Eindruck erwecken, an diesem Ort existiere ein tatsächlicher Unternehmensstandort, wenn das nicht der Fall ist.
Ebenso sollte dafür kein zusätzliches Unternehmensprofil mit einer erfundenen oder rein gemieteten Adresse angelegt werden.
Häufiger Fehler: für jede Dienstleistung ein eigenes Profil
Mehrere Leistungen desselben Unternehmens begründen nicht automatisch mehrere Unternehmensprofile am selben Standort.
Google weist ausdrücklich darauf hin, dass unterschiedliche Dienstleistungen eines Unternehmens über das vorhandene Profil abgebildet werden sollen, statt für jede Dienstleistung ein zusätzliches Profil zu erstellen.
Checkliste für Unternehmen mit mehreren Standorten
- Alle tatsächlich betriebenen Standorte inventarisieren.
- Reale Standorte von bloßen Einzugsgebieten unterscheiden.
- Prüfen, ob bereits Unternehmensprofile existieren.
- Dubletten vor der Neuanlage ausschließen.
- Für berechtigte Standorte korrekte Profile pflegen.
- Unternehmensnamen standortübergreifend konsistent halten.
- Hauptkategorien bei vergleichbaren Standorten konsistent verwenden.
- Prüfen, welche Standorte eine eigenständige Website-Seite benötigen.
- Standortseiten mit echten standortspezifischen Informationen ausstatten.
- Profile mit den passenden Website-Zielen verbinden.
- Interne Verlinkung zwischen Standortübersicht, Standorten und Leistungen strukturieren.
- Strukturierte Daten an den realen Unternehmensinformationen ausrichten.
- Bei mehreren Bearbeitern eine geeignete Standortgruppe verwenden.
- Bei mindestens zehn Standorten prüfen, ob Bulk-Verwaltung sinnvoll ist.
Fazit
Mehrere Zielstädte sind nicht dasselbe wie mehrere Unternehmensstandorte.
Getrennte Google-Unternehmensprofile setzen tatsächlich berechtigte reale Standorte voraus. Virtuelle Adressen und künstliche Profile sind keine belastbare Mehrstandort-Strategie.
Auf der Website sind eigene Standortseiten dann sinnvoll, wenn sie reale Niederlassungen und konkrete standortspezifische Informationen abbilden.
Je größer das Standortnetz wird, desto wichtiger werden außerdem einheitliche Stammdaten, klare Verwaltungsrechte und eine verständliche Website-Architektur.
Offizielle Quellen zu mehreren Unternehmensstandorten
Für die Aussagen zu zulässigen Standorten, Unternehmensprofilen, Standortverwaltung und strukturierten Daten verwendet SEOIO die offiziellen Dokumentationen von Google.
Google: Richtlinien für die Präsentation eines Unternehmens
Google: Einzugsgebiete für Dienstleistungs- und Hybridunternehmen
Google: Doppelte Unternehmensprofile und Eigentumsrechte
Google: Standortgruppen erstellen und verwalten
Google: Bulk-Standortverwaltung
Google Search Central: Strukturierte Daten für lokale Unternehmen
Quellen und redaktioneller Maßstab von SEOIO Wissen
Google, Google Maps und Google Unternehmensprofil sind Marken von Google. SEOIO steht in keiner geschäftlichen Verbindung zu Google. Die Bezeichnungen werden ausschließlich zur sachlichen Beschreibung verwendet.